Skaten mit Blinden in und um Nürnberg | Infos von |
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Inlineskaten für Blinde, Entstehungsgeschichte Im
Jahr 1998 starteten die Inlineskateaktivitäten im Bildungszentrum
für Blinde und Sehbehinderte der Blindenanstalt Nürnberg e.
V. unter Leitung von Volker Springhart. Für die sehbehinderten
Schüler sollte eine neue sinnvolle Freizeitbeschäftigung angeboten
werden. Mit 55 Jahren hatte Volker Springhart Inlineskaten mit dem enormen
Freizeit- und Gesundheitswert für sich entdeckt und wollte diese
an die Schüler seiner Einrichtung weitergeben, in der er als Heimleiter
arbeitete. Aufgrund seines Berufes hatte er reichlich Erfahrung mit
blinden Menschen. Dennoch konnte er sich anfangs nicht vorstellen, dass
Inlineskaten für Blinde eine geeignete Freizeitmöglichkeit
sein könnte. Bei der Einführung des Inlineskatens gab es in
der Einrichtung von vielen Seiten Bedenken. Die vollblinde Schülerin
Martha Kosz überzeugte Herrn Springhart davon, dass Inlineskaten
eine ideale sportliche Betätigung auch für vollblinde Menschen
sein kann. In den Pfingsferien 2000 unternahm Volker Springhart mit 4 sehgeschädigten Jugendlichen und einem weiteren Erzieher als Begleitfahrer eine Inlinerfreizeit. Die Tour ging von Passau nach Wien.. Im Jahr 2001 hatte Volker Springhart durch Zufall die Internetseite des cappSportcup gefunden. Die Weikstiftung bot eine interessante Sportveranstaltung in München an. Vom Konzept, das hinter der Weik-Stiftung steht, war er begeistert. An der Veranstaltung am 20. Mai 2001 in München nahmen dann 7 sehbehinderten und 2 vollblinde Inlineskater/innen teil. Bei der Premiere an einer
sportlichen Veranstaltung erreichten wir folgende Zeiten. Die
Ergebnisse dieser ersten cSc Veranstaltung spornte die Inlineskater
an des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg
an auch an den weiteren capp-Sport-cups teilzunehmen. Im Jahr
2002, reisten wir mit einer Gruppe mit 20 sehbehinderten und blinden
Inlineskatern und 10 Begleitpersonen an. Im Jahr 2003 waren wir beim
cSc in München und sogar
in Langenfeld mit dabei.
Die eigene Begeisterung für das Inlineskaten brachte nach einem Halbmarathon Herrn Springhart in Kontakt mit dem sich aufbauenden Speedteam des 1. FCN Roll- und Eissport e.V. Er intensivierte seine eigenes Training im Verein, nahm an vielen Rennen des Bayerncup teil, erweiterte seine Kenntnisse und absolvierte mehrere Ausbildungen zum Übungsleiter. Er arbeitete im Jahr 2003 beim Aufbau der Kindergruppe des Vereins mit, die von Anfang an auch für behinderte Kinder geöffnet wurde. In diese Kindergruppe trainierten anfangs regelmäßig 2 vollblinde Sportler mit und zeitweise waren auch sehbehinderte Kinder in die Gruppe integriert. Ein hochgradig sehbehindertes Kind trainiert so intensiv in der Gruppe mit, dass es im Jahr 2009 nicht nur Deutscher Meister im Speedskaten für blinde und sehbehinderte Sortler wurde, sondern auch in seiner Altersgruppe den 3. Platz in der Bayerischen Meisterschaft der nichtbehinderten Sportler erreichte. Die Zusammenarbeit mit dem Sportverein entwickelte sich sehr gut, wenn auch die Zahl der mittrainierenden blinden und sehbehinderten Kinder und Jugendlichen nicht so hoch war, wie gewünscht. Die regelmäßige Teilnahme zu einer bestimmten Zeit bereitete Probleme, so dass Kinder und Jugendliche weiterhin zu ihnen genehmen Zeit auch am Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte weiter skateten. Die Zusammenarbeit fand einen Höhepunkt in einer gemeinsamen Zeltfreizeit in Verbindung mit der Teilnahme am cappSportcup 2006 in München. Im
Jahr 2006 kam dann bei Verantwortlichen des Vereins die Idee auf, eine
Deutsche Meisterschaft im Speedskaten für Blinde und Sehbehinderte
ausrichten zu wollen. Die blinden Skater hatten auf verschiedenen Freizeit-
und Speedrennen ihre Fähigkeit dazu nachgewiesen. Das besondere
an der Idee war, diese Meisterschaft im Rahmen eines Fachverbandes außerhalb
des Versehrtensportes ausrichten zu wollen. Die Wettkampfrichtlinien
des Deutschen Rollsport und Inline Verbandes (DRIV) um eine Wettkampfordnung
für Rennen mit Blinden und Sehbehinderten in 3 Startklassen erweitert: Der Wunsch nach einem eigenen Inlinerplatz auf dem Gelände des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte war immer lauter geworden. Das bisherige Übungsgelände an der Großen Straße stand nicht mehr zur Verfügung, da es zunehmend als Parkplatz genutzt wurde. Es wurden verschiedene Konzepte entwickelt und aus Kostengründen wieder verworfen. Nachdem die NWW ihre provisorischen Werkstattgebäude abbaute, wurde ein geeignete Platz frei. Die Mittel für die vorgesehene Renaturierung konnten in den Bau des Platzes eingebracht werden. Mit Unterstützung der Stadt Nürnberg wurde der Bau eines eigenen Rollsportplatzes mit Eignung für blinde Skater im Jahr 2007 realisiert und die langjährigen Bemühungen um eine Übungsmöglichkeit vor Ort zu schaffen wurden gekrönt. In Verbindung mit der Siegerehrung der ersten Deutschen Meisterschaft im Speedskaten für blinde und sehbehinderte Sportler konnte der neue Inlinerplatz am 3. Oktober 2007 eröffnet werden. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rollsportverband führte Volker Springhart im Juni 2008 einen Übungsleiterlehrgang mit dem Thema Inlinskaten für blinde und sehbehinderte Meschen in Verbindung mit einem Inlinerkurs für blinde und sehbehinderte Menschen durch. Die Übungsleiter hatten durch dieses Konzept dann auch gleich die Möglichkeit mit den sehgeschädigten Menschen zu üben. Weitere Deutsche Meisterschaften im Speedskaten wurden 2008 (Marathon und Bahn) und 2009 in Nürnberg ausgerichtet. Im Jahr 2008 ging Volker Springhart in Rente und führte seine Übungsleitertätigkeit vom Bildungszentrum für Blinde und Sehebhinderte in Nürnberg in eine Übungsleitertätigkeit für eine Sportgruppe mit blinden und sehebhinderten jungen Erwachsenen (ehemalige Schüler des Bildungszentrums) im Rahmen des Sportvereins weiter. Die blinden und sehbehinderten Kinder und Jugendlichen der Einrichtung haben die Möglichkeit auf dem neuen Rollsportplatz mit den Mitarbeitern der Einrichtung oder auch in der Kinder und Jugendgruppe des Vereins weiter zu üben und zu trainieren. Im Jahr 2009 besannen sich die blinden und sehbehinderten Speedskatern auf die Ursprungsidee des capp-Sport-cups und nahmen mit einer größeren Gruppe von Speedskatern und Breitensportskatern im September 2009 am cSc in Langenfeld teil und demonstrierten eindrucksvoll die Fähigkeiten der blinden Inlineskater. Die Idee blinde und sehbehinderte Menschen dem Sport Inlineskaten näher zu bringen und im Verein zu integrieren hat auch das Speedteam in Kerpen aufgenommen und wid 2010 die Deutsche Meisterschaft im Halbmarathon im Speedskaten für blinde und sehbehinderte Sportler am 18. April 2010 ausrichten. Die Nürnberger Gruppe wird gerne an dieser Veranstaltung teilnehmen. Im April 2010 ist in Nürnberg ein weiterer Inlineskatekurs für blinde und sehbehinderte Menschen geplant.. Nürnberg
ist aufgrund dieser historischen Entwicklung Ursprung und Schwerpunkt
der Inlineskateaktivitäten für blinde und sehbehinderte Menschen.
An den Meisterschaften nehmen zunehmend auch sehgeschädigte Inlineskater
außerhalb Nürnbergs teil. Es besteht die Hoffnung, dass dieser
integrative und ausgezeichnete Sport für blinde Menschen sich weiter
verbreitet und nicht nur von wenigen Ausnahmesportlern ausgeführt
wird.
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