Skaten mit Blinden in und um Nürnberg

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Speedskaten blinder Sportler
Inlineskaten blinder und sehbehinderter Menschen
 

Pressemitteilung des 1. FCN Roll- und Eissport e. V. – Speed-Team Nürnberg / Bernd O. Stottok, DFJV

NÜRNBERG (bos). – Bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften für Blinde und Sehbehinderte holten die Nürnberger Speedskater vier Meistertitel. Außerdem konnten sie drei neue Deutsche Rekorde laufen.

Wie bereits im letzten Jahr wurden auch 2011 die Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon für blinde und sehbehinderte Speedskater im nordrhein-westfälischen Kerpen ausgetragenen. Die einheimischen Sportler vom Speed-Team Nürnberg des 1. FCN Roll- und Eissport konnten dieses Mal insgesamt vier Gold- und eine Silbermedaillen gewinnen. Zusätzlich wurden zwei neue Deutsche Rekorde und ein neuer Deutscher Altersklassenrekord erzielt.

Ein Quantensprung gelang Johannes John, der den bisher von seinem Nürnberger Vereinskollegen Eugen Riske gehaltenen Deutschen Rekord bei den Senioren der Altersklasse 30 und Schadensklasse B2 von 1:13 h auf unter 57 min verbessern könnte. Matthias Landgraf verbesserte seinen eigenen Rekord bei den Senioren AK 30 B1 um fast 8 min auf 1:03.19 h, und Martha Kosz konnte ebenfalls ihren eigenen Altersklassenrekord bei den Aktiven B1 um fast 40 s verbessern. Zusätzlich gelang es Eugen Riske, bei den Senioren AK 30 B2 die Silbermedaille zu holen.

vor dem Start

Die Wettkampfklassen der Blinden und Sehbehinderten setzten sich immer aus einer Alters- und Startklasse zusammen. Letztere werden wie folgt unterteilt:

  • B1: alle vollständig blinden Athleten bzw. Athleten mit minimalem Restsehvermögen mit einem Begleitläufer, der an der Hand führt.
  • B2: hochgradig sehbehinderte Skater, die zur Orientierung zwar einen Begleitläufer dabei haben, von diesem jedoch ohne Handberührung geführt werden.
  • B3: alle Sportler an, die eine Sehbehinderung haben, aber dennoch in der Lage sind, sich auf Grund ihrer Restsehkraft und ihres eingeschränkten Sichtfelds noch so weit zu orientieren, daß sie ohne Begleitläufer skaten können.

Die neuen Deutschen Halbmarathonmeister aus Nürnberg sind:


EmpfangBericht über die Veranstaltung

Am 7. Mai 2011 starteten wir mit einem Leihbus um 8:30 Uhr nach Bergheim, wo uns Josef Riefert zu einem Vorprogramm und der Übernachtung in "seiner" Turnhalle erwartet. Um 13:30 Uhr kamen wir in Bergheim an. Um 15:00 Uhr nahmen wir an einem Empfang mit der Bürgemeisterin von Bergheim, dem Vorsitzenden des SSK Kerpen, dem Organisator des Wettkampfes Axel Eggert und weiteren Gästen teil. Wir nach kurzen Ansprachen der Bürgemeisterin, von Josef Riefert und Volker unterhielten wir uns über die Besonderheiten des Inlineskatens der Blinden und über den Behindertensport allgemein. Der SSK Kerpen hat sich zur besonderen Aufgabe gmacht, behinderte Sportler in seine Reihen aufzunehmen. So sind am Sonntag nicht nur die blinden undsehbehinderten Sportler sondern auch Sportler der Spezial Olympic, geistig Behinderte, mit eigenen Rennen vertreten.

Nach der körperlichen Stärkung im Brauhaus mit einer Nudelparty und Getränken um 18:00 Uhr ging es um 20:00 Uhr im Medio.Rhein.Erft zu einem kulturellen Höhepunkt, einem Millowitsch Theaterstück. Hier durften wir die speziellen kölner Spracheigenheiten und den kölner Humor, zumindest der etwas älteren Generation, erleben. Die Rückkehr zu Fuß brachten uns etwas in Bewegung und bei den lauen Temperaturen unterhielten wir uns in einem Sitzkreis im Freien, bevor wir uns auf die Matten in der Großsporthalle GM zur Ruhe begaben.

VorbereitunNach dem von Josef vorbereiteten und gestiften tollen Frühstück führen wir zur Rennsüprecke nach Kerpen Sindorf. Leider konnten wir keinen Pavillion mitnehmen und so mußte uns die vorsorglich mitgenommene Sonnencreme vor der Sonneneinstrahlung bei Temperaturen von über 25 Grad Celsius schützen. Durch leichte Schleiherwolken und kräftigen Wind waren die Temeraturen erträglich und wir konnten uns an einem Standplatz auf der mitgebrachten Plane soweit es ging gemütlich machen und die Zeit bis zum Start um 14:30 Uhr vertreiben. Die Begleitläufer aus der Region (Josef, Wolfgang, Alex und Frank) waren mit dabei bzw. kamen nach und nach dazu. Jana und Michael vom Speedteam Nürnberg waren unsere eigenen Begleitläufer. Volker hatte die Funktion als Begleitläufer von Martha an Frank Weber aus Düsseldorf, der erstmals diese Aufgabe warnahm, übergeben, da er sich dem Tempo nicht mehr gewachsen fühlte und der Dreck in der stürmischen Luft sein Sehvermögen erheblich beeinträchtigte. Es starteten somit:

  • Simon Bienlein Aktive m B1 mit BegleitläuferMichael Müller
  • Eugen Riske AK30 m B2 mit Begleitläufer Wolfgang Schubert
  • Martha Kosz Aktive w B1 mit Begleitläufer Frank Weber
  • Matthias Landgraf AK30 m B1 mit Begleitläuferin Jana Ziemainz
  • Leila Nemati AK30 w B2, Begleitläufer Josef Riefert
  • Johannes John AK30 m B2 mit Begleitläufer Alex Lippmann

Die Ergebnisse und Zeiten sind oben in der Pressemitteilung aufgeführt. Das Rennen von Martha wurde per GPS aufgezeichnet und kann beispielsweise hier dokumentiert werden.

Martha und Frank gingen das Rennen recht flott an und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 25,7 km/h war das Ziel, die Einstundenmarke zu knacken erreichbar. Nach 2,3 km wurde es eng und bei dem Führartwechsel stürzte Martha. Nicht durch die kurze verlorene Zeit sondern durch die Angstblockade im Kopf und den Zeitverlust beim Getränkeflaschenfischen, der wegen der heißen Temperaturen notwendig war, reduzierten sich die Durchschnittszeiten auf ca. 17 km/h. Dass noch körperliche Reserven vorhanden waren, zeigten die beiden letzten vollen Runden, in der das Tempo wieder etwas erhöht werden konnte. Die Bereiche der Aufpflasterung wurden erstaunlicherweise flott ohne Tempoeinbrüche überfahren. Tempoeinbrüch erzeugte die scharfe Kurve nach dem Zielbereich und die Durchfahrt der zwei weiteren Kreisverkehre, neben den Kurven des Rundkurses. Durch die Hitze und den starken Wind war der Rundkurs schwieriger zu durchfahren als im Jahr 2010. Die Verbesserung der Zeiten aller Teilnehmer ist auf diesem Hintergund besonders zu positiv würdigen. Auf einem geraden unproblematischen Straßenkurs sind daher die Zeit von unter einer Stunde für die Teilnehmer zu erreichen. Die Führtechnik für Starter ind der Startklasse B1 im Windschatten muss noch vervollkomnet werden. Frank hat uns hier wertvolle Tipps zur Verbesserung der Technik gegeben.

Alles in allem eine augezeichnete gelungene Veranstaltung von der wir gegen 22:30 Uhr in Nürnberg zurückkehrten. Wir hoffen zukünftig, Konkurrenz von außerhalb Nürnbergs zu bekommen. .

Link zu einem Bericht des Begleitfahrers Alex Lippmann



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